Sonntag, 14. Februar 2010

Besinnt euch eurer Lust, um euch zu verteidigen!

Wehret dem Missbrauch von Staat und Religion

Eigennützige Definition des Individuums als kollektives Wesen 

Die Entindividualisierung des Einzelnen schreitet wieder gewaltig voran. Sie war immer schon das Ziel jeglicher kollektiver Kräfte, stehen sich doch hier zwei Prinzipien unversöhnlich gegenüber. Das erste definiert den Einzelnen als Individuum über seine Existenz (sein Leben), dem jegliche kollektive Erscheinung zu dienen bestimmt ist. Das zweite definiert ihn als Glied eines größeren Zusammenhangs, dem Kollektiv. Dem ersten Prinzip wird vorgehalten, es erhebe den individuellen Egoismus zur Regel, dem zweiten, es unterwerfe den Einzelnen der Fremdbestimmung. Der erste Vorwurf widerlegt sich bereits aus der Erwägung, dass ein jedes Individuum sich über sich selbst definiert und somit alle Individuen wiederum als so definierte Wesen sich gegenüberstehen und die Definition allein über den Ausgleich ihrer etwa widerstreitenden Interessen keine Aussage trifft. Der zweite Vorwurf beweist sich allein durch die Überlegung, dass jedes Interesse, das dem Einzelnen gegenübertritt und nicht seines ist, ein fremdes Interesse ist, das wiederum nur von einem anderen kommen kann, der es sich zu eigen gemacht hat. Somit führt jede Fremdbestimmung nicht zu einer kollektiven Fremdbestimmung, sondern zu einer Fremdbestimmung durch ein anderes Individuum, das sein dabei verfolgtes Interesse zur besseren Durchsetzung als kollektives Interesse nur ausgibt. Der Sache nach geht es sowohl bei dem ersten wie bei dem zweiten Prinzip um das gleiche: den Ausgleich widerstreitender Einzelinteressen. Im Falle der ersten Definition treten diese als solche offen, im Falle der zweiten Definition verschleiert als kollektives Interessen auf. Somit geht es bei der Diskussion nicht um den Ausgleich der Interessen, das Zurückweichen des einen um der besseren Durchsetzung des anderen Interesses willen, sondern allein um die Begründung.


Striptease durch Kollektivierung

Dies aber ist wesentlich: denn die kollektive Begründung beansprucht zugleich eine scheinbar kollektive Durchsetzung (tatsächlich geht es auch bei der Durchsetzung stets um Aktionen Einzelner, ein Kollektiv kann nicht handeln, es gibt nur den Namen her) und in der kollektiv begründeten Durchsetzung gelten die kollektiven Darstellungen, das sind Ideen, Begriffe, Formen, also alles Abstrakta, die nicht mit einem Einzelnen kompatibel sind, sondern ihn allein auf ein Symbol reduzieren. So erweist sich der kollektive Weg als ein besonders machtvoller Weg zur Durchsetzung von Interessen Einzelner, die ihre Interessen zu solchen des Kollektivs erklärt haben. In der Gesellschaft ist dieser Weg unverzichtbar und nicht zu beanstanden, wenn man die angeblich verfolgten Interessen wiederum offen als Sonderinteressen oder Zweckinteressen zu erkennen gibt, so dass jeder Einzelne bei der Rücknahme seiner Interesse das Ziel oder den Zweck beurteilen kann. Für ihn gefährlich wird es erst, wenn sich diese Sonder- und Zweckinteressen zum Selbstzweck erklären, womit der begründungslose generelle Verzicht des Individuums auf seine entgegenstehenden Interessen verlangt wird. Aus diesem Grund ist für den Einzelnen die eingangs erwähnte Prinzipienfrage so wichtig: akzeptiert er die kollektive Definition seiner Person, gibt er zugleich 95 % aller Gründe auf, die ihn ansonsten berechtigen, gegen die im kollektiven Gewand verfolgten fremden Einzelinteressen Front zu machen. Er tritt auf dem Feld des Ausgleichs der sich widersprechenden Interessen von vornherein spärlich bekleidet bis splitternackt auf, allen Schutz und mehr noch seine Waffen hat er in der Kammer zu seiner Eingliederung in das Kollektiv abgegeben. Seine Interessen kann er nur noch auf der Ebene derer verfolgen, die bereits dort ihre Eigeninteressen als solche des Kollektivs ausgeben. Dazu sind die Wenigsten im Stande.

Kampf der Entindividuierung durch der Abstrakta hohle Worte, Ideen und Werte

Somit bleibt nur der Ansatz, der Entindividuierung den Kampf anzusagen. Der Einzelne definiert sich über seine Freiheit und seine Würde und damit auch über seine elementaren Bedürfnisse und jegliche kollektive Form (die sich nur aus dem Zusammenwirken Einzelner nach vereinbartem Muster ergibt) hat dem bestimmten Selbstwert eines jeden Menschen zu dienen. Der Ausgleich der Interessen erfolgt auf einer Ebene, auf der sich gleichberechtigte Menschen gegenüberstehen. Die hierdurch verminderte Effizienz gegenüber scheinbar kollektives Vorgehen ist der Preis von Freiheit und Würde. - Ich weiß, meine Lieben, die meisten lachen. Denn alles in der Software, die unseren Gesellschaften zugrunde liegt, ist ganz anders ausgerichtet. Da hat man das Konkrete der Individuen zur leeren Begrifflichkeit erstarren lassen und die leeren Begriffe und Ideen mit den materiellen Interessen Einzelner gefüllt und sie als universelle und reale Wahrheiten ausgegeben. Das ist der alte Trick, man kleide in Worte nur das Gegenteil von dem, was ist, und schon hat man die Hälfte der Menschen vom Falschen überzeugt. Der Lästerlichste führt die Tugend dauerhaft im Munde, während er hurt, stiehlt, lügt und betrügt, und schon ist ihm die Tugendlosigkeit nur noch in den kompliziertesten Verfahren zu belegen. Dinge die man benennt haben es nötig, aber das wissen die Menschen nicht und glauben allein den Benennungen. So einfach ist das. Das ist das Dilemma des Individuums.


Digitale Perfektionierung der Fremdbestimmung

Alles wird sich aber noch unendlich verschlimmern, wenn erst einmal die modernen Formen der Datenbewältigung in den Dienst des Kollektivs vollends gestellt worden sind. Bislang erwies sich das Kollektiv, als maskierte Einzelninteressen, oft als zahnlos, weil es die vielen Einzelnen angesichts deren Masse gar nicht fassen konnte. Das kollektive Monster war auf Stichproben angewiesen und schminkte sich umso bedrohlichere Fratzen ins Gesicht, umso weniger es wirklich alle die zu Beherrschenden tatsächlich auch beherrschen konnte. Die aufgemalten Fratzen aber erzeugten bei diesen Angst und die Angst glich die Begrenzung der Mittel zu Beherrschung aus. Die Menschen fürchteten diese Mittel nun auch überall dort, wo sie gar nicht sein konnten. Es funktionierte aber nicht immer und auch nicht überall und ließ den Menschen von den kollektiv verbrämten Einzelninteressen freien Raum. Das aber wird sich ganz gewaltig ändern, in einem Maß, wie ihr euch es gar nicht vorstellen könnt. Schaut euch um, Ansätze könnt ihr überall schon erkennen, wie ihr erfasst, beobachtet und kontrolliert werdet, ihr gezwungen seid Chips mit euch herum zu tragen, die immer mehr von euch auf einen Blick nur offenbaren, und wie immer mehr vorgeblich kollektive Formen in euer Leben, in eurer Heim und selbst in eure Gedanken dringen.

Maßstab eigener Pflichterfüllung sei stets das tatsächliche Verhalten der Regierenden und euch Beherrschenden

Nur Radikalität wird euch noch retten, Radikalität mit der ihr allen diesen Vorbereitungen zu eurer Entmündigung entgegentreten müsst. Umso bedrohlicher die kollektiven Formen werden und immer mehr Zeit und mehr Raum von euch einnehmen, umso radikaler müsst ihr eure Individualität verteidigen. Ihr müsst erkennen, wo man euch beschneidet, um es euch an anderer Stelle sogleich wiederzuholen oder auch nur, um die Kollektiven auszusperren. Gibt man euch keine Sicherheit mehr, dann entzieht auch den anderen die von euch erwartete Sicherheit. Und verweigert man euch das Recht und die Vorhersehbarkeit der durch das Recht bedingten Lösungen, dann wisset, dass auch ihr im gleichen Maß zu entsprechend geringerer Verlässlichkeit nur noch verpflichtet seid. Halten die andern sich im Namen des Kollektivs nicht an die Normen, seid auch ihr ebenso davon entbunden. Nur so könnt ihr euren Leib und auch eure Seele retten. Und nur so könnt ihr die anderen zwingen, sich selbst daran zu halten, was sie von euch zu achten fordern.


Besinnt euch auf eure eigene Lust und Liebe und das Glück

Werft allen euern kollektiven Glauben an kollektiver Glücksseligkeit weg, erst recht wenn es ums Jenseits geht. Das ist ein alter trefflicher Trick derjenigen, die im Diesseits von euch nehmen, um deren Schulden bei euch im Jenseits erst zu bezahlen. Stellt in die Mitte eures Glaubens allein euer Leben und damit auch euer Glück. Denn allein das Glück, das ihr zu erreichen sucht, macht das Leben lebenswert. Versenkt all die finsteren Geschichten, mit denen man euch von euren eigenen Bedürfnissen entfremdet, um so leichter an deren Stelle kollektiv Getarntes bei euch zu setzen. Euer Glück steht allein in eurem Zentrum und ein jeder von euch ist der Nabel der Welt! Und im Nabel der Welt ist alles zu Hause, was in euch steckt, auch eure Lust und Liebe. Man hat euch durch Religion und Sitte über lange Zeit von euren natürlichen Bedürfnissen getrennt, denn nur so seid ihr so leicht beherrschbar. Jeder, der täglich seine Lust erlebt, wird seiner so gewaltig selbst bewusst, dass kein schaler Politiker noch irgendetwas mit Erfolg ihm verkaufen kann. Diejenige, die über andere herrschen wollen, fürchten eines am allermeisten: Menschen, die ihr Glück selbst in die Hand nehmen und noch mehr solche Menschen, denen es dabei sogar gelingt, nach ihrem Glück nicht ohne Erfolg zu streben.

Probt die Freude im Einzelnen

Macht ein Exempel: schließt euch in einer Gruppe von sieben Männern und sieben Frauen zusammen und verschwört euch darin, allein nach eurer Lust eine Woche lang zu leben und entbindet in dieser Zeit euch für die Gruppe von allen euren bisherigen gegenseitigen Versprechungen, auch die auf Treue: seht in allem nur einen Dienst an euer gemeinsames Leben in der Gruppe, eine Wochen lang zu einem einzigen Leben verschmolzen. Nach einer Woche ist alles vorbei, setzt euch aber noch einmal zusammen und entscheidet nun darüber, was euch im Leben alles wichtig ist. Dann schaut euch an, was man euch alles sagt, dass ihr auch gute Menschen werdet. Wahrscheinlich werdet ihr in Scharen in die Tempel wie denen vom Heiligtum der Sieben Göttinnen strömen, denn jedes Leben von jedem Einzelnen fängt erst einmal im Innersten seiner Seele und bei seinen Bedürfnissen an, und das ist bei der Lust und den Bedürfnissen des Leibes und des Lebens und wenn diese befriedigt sind, auch die der Seele. Dann richtet eure Blicke auf andere, die von euch fordern, dies oder das zu tun, ganz einfach entlarvt sich deren eigenes Interesse, das sie euch in die Schuhe schieben wollen. Und noch viel Hinterlistigeres: sie verkaufen euch als eigenes, was sie euch zuvor genommen haben oder noch zu nehmen gedenken. So machen es Politiker und auch die Priester, auch die modernen angeblich sozialen Gerechten in den zahllosen Körperschaften und Verbänden, wo es sich mit Gerechtigkeit auf den Lippen bestens auf Kosten anderer leben lässt.

Entdeckung des Kerns der Freiheit in sich selbst und seinem Leib

Ihr müsst das Leben in euch spüren, dann wird euch niemand ein X für U vormachen, wenn er eure Taschen leeren will. Ein jeder ist sich nur seines Lebens gewiss und allem, was das Leben ausmacht. Dazu gehört vor allem der Sex, den man so mit Schmutz beworfen hat, dass die meisten sich immer noch ihres stärksten Gefühls dafür, ihres Interesses und ihres Wunschs danach schämen. Dies hatte in den Herrschaftssystemen (des Westens wie des Ostens) stets Methode und das gilt auch noch heute. Damit müsst ihr brechen, wenn ihr eure Freiheit finden wollt. Habt ihr die Freiheit erst einmal dabei gefunden, dann Gnade all den Kostgängern auch eures bisherigen Verzichts, es gibt nichts mehr plündern, ihr braucht es selbst, selbst um es anderen zu geben, was aber ihr entscheidet. Der Sklaverei, die euch immer mehr droht, werdet ihr nur entkommen, wenn ihr den Grund eures Lebens wiederfindet und den findet ihr nun einmal nicht ohne euren Leib. Auch euer Verstand und selbst sogar die Seele setzen euren Leib voraus. Auch die Freuden, die der Verstand, der Geist vermittelt, oder gar die Seele, erlebt ein jeder nur mit seinem Leib. Setzt sowohl in der Religion als auch der Politik bei eurem Leib an, dann erkennt ihr sogleich den Wert von Freiheit und Würde und ebenso von Verantwortung. Essen, Trinken, Lieben, nicht Frieren, gut Schlafen, dass sollte alles erst einmal selbstverständlich sein und alle Kultur entsteht wie von selbst. Habt ihr das Leben erst einmal so gefasst, dann braucht euch nicht mehr bange zu sein. Ihr seid genügend, weitaus genug, alle eure Feinde hinwegzuspülen, zudem wird allen, die von eurer Kraft nur leben, die eigene Kraft ausgehen, wenn ihr sie nur lang genug von eurer eigenen fernhaltet, rät euch Max Stirner alias Caspar.

Dienstag, 2. Februar 2010

Kauf geklauter Daten durch den Staat

Dass die Mehrheit für die Vermehrung der Staatseinnahmen auch durch rechtswidrige Maßnahmen ist, kann nicht wundern. Das war noch nie anders, profitiert doch die Mehrheit davon (50 % der Steuerpflichtigen tragen weniger als 7 % zum Steueraufkommen bei und sind abhängig von Staatsleistungen). Sie sollten sich aber nicht täuschen. Denn wenn man den Rechtstaat zur besseren Verfolgung von Steuerhinterziehern aufgibt, indem der Grundsatz, wonach der Zweck die Mittel heilige, Auferstehung feiert, dann ist ein Bann gebrochen und bald wird der Zweck auch die Mittel heligen, wenn es um anderes als Steuern geht. Zum Anderen vergesst auch nicht: wenn der Staat das Recht bricht, dann ist kein Bürger mehr moralisch zur Rechtsachtung verpflichtet. Jeder absichtlicher und ungesühnter staatlicher Rechtsbruch kündigt die Grundlage der bürgerlichen Ehrlichkeit und auch des Gewaltverzichts auf, der staatliche Rechtsbruch rechtfertigt so im Nachhinein die mit ihm verfolgte Tat. Merkel und Schäuble spielen nicht anders als Merkel und Steinbrück mit dem Feuer (das mehrmalige Auftauchen von Namen in diesem Zusammenhang offenbart die Gesinnung, Sozialisten hatten noch nie Bedenken, das Recht im eigenen Interesse zu beugen und auch zu brechen), warnt Max Stirner alias Caspar

Dienstag, 22. Dezember 2009

Weihnachtliche Besinnung auf des Lebens Freuden

Weihnachten, ein Tag der Besinnung, aber auf was? Als Geburtstag Christi wurde er im 4. Jahrhundert nach dessen Tod festgelegt. Der Dies Solis Invicti des Mithras-Kults, die Geburt des Sohngottes als unbesiegbarer Sonnengott in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, ging trotz staatlich verordneten Christentums den Bewohnern des Römischen Reiches nicht aus dem Kopf. Aber auch Isis hatte ihren Sohn Horus (den sie auf Statuen als Kleinkind auf ihren Arm hält, nicht anders als später die Madonna) in dieser Nacht geboren und irgendwie hatte dies alles mit der Wende der Sonne und dem Verlassen der dunkelsten Jahreszeit zu tun, was die Römer mit den Saturnalien feierten, ein Fest, bei dem man die Welt auf den Kopf stellte, sich verkleidete und betrank. Die Sklaven nahmen am Tisch die Rollen der Herren ein und manche Forscher behaupten, nicht nur dort sondern auch im Bett, ein dionysisches Feiern den Göttinnen wie Venus zu Ehre. Auch dies konnten kostbare Momente sein, die das Leben schöner machten und die Tatkraft förderten. Der Blick der Besinnung kehrte sich dabei nach außen und weniger zur Selbstbeschau nach innen. Der Blick war gerichtet auf die Geburt und die damit verbundenen Freuden und nicht auf den Tod und die fragwürdigen Versprechen einer ewigen Seligkeit. Die Christen, wie gesagt, mussten sich dem beugen, kupierten freilich diese Freuden durch die Jungfräulichkeit der Geburt. Frühere Muttergöttinnen, wie Isis, Inanna und Istar gebaren ihre Göttersöhne erst nach Zeugung in Heiligen Hochzeiten, an denen die ganze gläubige Gemeinde freudig mit teil hatte. Auch dies zu Weihnachten zu bedenken, ist besinnlich.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Der Rasputin von Potsdam

Max Stirner alias Caspar begrüßt hiermit die Teilnehmer am Klimagipfel in Kopenhagen, die Staatschefs und ihre Rasputine

Hans Jonas, ein vor allem bei grünen Umweltaktivisten sehr beliebter Philosoph, hat in seinem Werk "Das Prinzip Verantwortung" in einer Art von Philosophie des institutionalisierten Verfolgungswahns die Menschen verpflichtet, bei allem ihrem Tun jeweils die schlimmsten aller denkbaren Konsequenzen zu unterstellen und bei jeder Prognose, die sie in die Zukunft richten, der schlechteren vor der günstigeren den Vorzug zu geben. Nur damit würde der Mensch seiner Verantwortung den nachfolgenden Generationen gegenüber gerecht. Das Böse lauert überall, bestätigt die Psychotherapeutin ihrer unter Verfolgungswahn leidenden Patientin, bevor sie verschworen das Fenster schließt, um –sich ihrer Patientin nunmehr gänzlich sicher- mit ihrer Therapiestunde zu beginnen. Hätten Jonas leibliche Vorfahren ähnlich gedacht und auch noch danach gehandelt, dann würde er sich heute allenfalls lausen und die Läuse, derer er dabei habhaft würde, verspeisen, um seinen Zuhören seine Thesen vom allgegenwärtigen und allezeit drohenden Bösen verkünden zu können. Menschen, deren Handeln durch die allgegenwärtige Bedrohung ausschließlich bestimmt wird, hat es immer schon gegeben. Sie sind meist von missionarischem Eifer getrieben, um alle unter ihre Furcht und auch Fuchtel zu bringen, ihr Verhalten und ihre Äußerungen gleichen sich auffallend, ganz gleich worum es ihnen geht. Ihr Fanatismus gründet in der Wahrheit, die nur sie oder gerade sie gesehen haben, und der sich alle zu ihrem fanatisierten Heil zu beugen haben. Dahinter hat alles zurückzutreten, es gibt und gilt nichts anderes mehr. Vernunftsargumenten sind sie objektiv nicht zugänglich, denn sie haben ihre eigene Vernunft schon längst kupiert und alle Zugänge mit allerlei Vorurteilen und Zirkelschlüsseln fest gesichert und verschlossen, wie es Psychotherapeuten seit je handhaben. Damit ist jeder kritischer Zweifel ausgeschlossen. Zum Lohn winken sie allen mit dem Guten, das darin besteht, dass das (angenommene) Böse nicht geschieht – etwas wovon ganze Generationen von Politikern und Demagogen schon immer gut gelebt haben. Die Bedrohung am Horizont und die Angst in den Herzen haben Menschenmassen stets gefügig gemacht. So schleichen sich Heilige und Scharlatane selbst in das Vertrauen der Mächtigsten ein. Dort wirken sie unangefochten, denn die Wahrheit, die ihnen per definitionem zu Eigen ist, hinterfragt man nicht. Natürlich nicht, denn woran erkennt man sie, die Wahrheit, denn anders, als dass sie wahr ist und mithin keiner Rechtfertigung bedarf und wer sie anzweifelt, der ist der Verräter. So hat nun auch die Bundeskanzlerin ihren eigenen Rasputin aus Potsdam, der die Seelen der Menschen mit Kohlendioxyd abzirkelt, schwarz und dunkel und mit allem was die Menschen tun, vor allem zu leben, schuldig, bereit einen jeden Verstand zu vernebeln. Gebannt starren alle auf Rasputin, dem Mirakel und Vehikel, ihm gefällt's, was er mit leidender Miene offen verbirgt. Wenn er vom Kohlendioxyd redet, dann tut er es so, wie seit Jahrtausende es seine Vorgänger machen, glaubt mir, ihr wisst ja nicht, was meine Augen schon gesehen ( wo?, im Traum, in der Erleuchtung, in der nur wenigen so recht offenbarten Wissenschaft). Verschreckt schweigen alle anderen, die an sich auch etwas gesehen haben, und vergessen alle ihre Eide, die sie der Erkenntnis einst geschworen haben. Rasputine beschäftigen sich nicht mit der Erklärung des Geschehenen, sondern sie prognostizieren die Zukunft, da herrscht weit mehr Freiheit als die kleinliche wissenschaftliche Pflicht, über jeden Gedanken anderen Rechenschaft zu geben. Keinem Institut für Klimaforschung steht Merkels Rasputin vor, sondern einem Institut für Klimafolgenforschung. Hellseher und Wahrsager lebten schon immer gut von der Unbestimmtheit aller Zukunft, die sie dennoch hervorzusagen sich priesen. Da macht es auch nichts aus, dass der Mensch nur einen winzigen Bruchteil des auf der Welt vorhandenen Kohlendioxyds überhaupt zu beeinflussen vermag, dass es keinerlei wissenschaftlich gesicherte vollends schlüssige Erkenntnisse über die Wirkungen dieses Gases am Treibhausmix gibt wie überhaupt über die Bedeutung des Kohlendioxyds in diesem Zusammenhang, dass die einzigen über Jahrzehnttausende reichenden Beobachtungen der Klimaentwicklung ein Ansteigen des Kohlendioxyds erst nach eingetretener Erwärmung belegen, dass andererseits gewaltige andere Ursachen für klimatische Änderungen über Jahrhunderttausende bekannt sind, die von ihnen ausgelösten Prozesse aber sich über Jahrtausende erst auswirken (erst heute erreicht der durch die letzte bis vor etwa 12.000 Jahre dauernde Eiszeit während deren Dauer in den Süden verdrängte Vegetationsgürtel wieder Skandinavien). Denn wer sich mit der Folge beschäftigt, kann alles Gewesene nur relativieren. "Ja woher soll denn die Änderung her kommen, wenn nicht durch des Menschen Schuld?" So hat die Inquisition stets im Zweifel gegen den Angeklagten entschieden, denn Gottes Glanz strahlt selbst in der finstersten Ecke einer jeden Seele, wo auch das Böse im sich wandelnden Klimas als von jedem Menschen durch sein Leben verschuldetes Kohlendioxyd sich aufhäuft. Der Heilige Augustinus und seine Erbsünde lassen grüßen. Nicht anders wurden stets die Gläubigen bei der Stange gehalten. Und genau darum geht es, um eine neue Religion, die Gott durch das Universum und seine Allmächtigkeit durch die des Staates ersetzt. Im Übrigen aber bleibt alles beim Alten und Rasputine haben Hochkonjunktur, wenn, wie einst durch den römischen Senat, besonders wirkungsvolle Politiker durch Parlaments- und Medienbeschluss wieder zu Göttern erklärt werden, warnt euch Max Stirner alias Caspar.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Enthüllungsjournalismus

Wer enthüllt die intellekutelle Unlauterkeit von Enthüllungsjournalisten?

Entweder ist es intellektuelle Unbedarftheit , sprich Dummheit, oder die skrupellose Schaffenslust bei der Kreierung gängiger Nachrichtenware, die in den alle nach dem gleichen Muster gestrickten Enthüllungsmagazinen die Produktion von Scheininformationen regiert: möglichst wenig Sachverstand zum Gegenstand, über den berichtet wird, und möglichst identische Bestätigung weithin gepflegter Vorurteile, aber eines nur nicht: Information. Da wird getrickst und weggelassen, verschoben und auch ein wenig gelogen, Hauptsache die vorgefasste Meinung wird bestätigt. Beispiel Finanzkrise, die gepflegten Vorurteile nach einer Bankenkrise, hier ist kein Argument zu dumm, das Vorurteil zu bekräftigen, die Gier der Banker (und nicht die Gier der Schuldner, wie auch der Staaten, um die hemmungslose Sozialgier zu befriedigen) habe uns die Krise beschert. Zum Beweis: es gibt auch Banken, die ohne Staatshilfe durch die Krise gekommen (bitte aber bei Gott nicht die Deutsche Bank, die hat zwar auch keine Staatshilfe genommen, aber die hat sich allein wegen des Wirtschaftens ihres Vorsitzenden Ackermann vorsätzlich der Hilfe verweigert, weil Ackermann etwas vom Bankgeschäft versteht, eine Eigenschaft von der die journalistischen Kritiker vollends frei sind, auf jeden Fall sich freigemacht haben). Nein hier ist vielmehr an die von anerkannten Gutmenschen betriebenen Institute wie Umweltbank und Ethikbank gedacht, die in der Finanzkrise dank kluger nachhaltiger Prinzipen kaum durch den Finanzzusammenbruch verloren haben. Dies gilt zwar auch für die vielen tausend Raiffeisen- und Volksbanken und einer Menge von Sparkassen, aber nicht erwähnenswert, da sie nicht den Sacrificator (kein Fastenbier, sondern Heiligmacher) Ethik oder Umwelt, noch nicht einmal Nachhaltigkeit im Namen führen, somit des Vergleichs nicht wert sind und auszuscheiden haben. Klug enthüllen die vorgeblichen Fachjournalisten, dass infolge des Erbebens zwar die Brücken über die Ströme, Täler und Meeresbuchten eingestürzt seien, indessen nicht die Stege über den Einfallsbach, dem Pinselquell oder dem Dummgraben. Wieso haben sich die Erbauer der eingestürzten Brückenbauwerke bei der Errichtung ihrer kilometerlangen Spannweiten nicht der Kenntnisse der Konstrukteure der sich als so haltbar erwiesenen meterlangen Übergänge bedient? Weil sie nur auf Profit aus sind und sich dem Guten im Menschen verweigern. Brücken baut man, wie man Banken führt, recht und nachhaltig nur mit der richtigen Gesinnung. Habt ihr das denn nicht gewusst? So schieben sich die Journalisten, ungestört durch Recherchen und Hinterfragung, unbeleckt von etwaigem Fachwissen, wohl erfahren im Schlagen grünen oder auch roten Schaums, in Schlamperei, freier Fantasie und barer Unterstellung trefflich durch die Pressefreiheit geschützt, gegenseitig die faulen Eier zu, was hin und wieder auch Äpfel oder Birnen sind, aber in ihrer Darstellung alle gleich. Das System der Medien ist dem hilflos ausgeliefert und es bleibt nur die Hoffnung, dass ihr letztes Stündlein wenigstens mittels des Internets wird noch schlagen.

Samstag, 18. Juli 2009

Scheinheiliges Getue um Treue und Sexualität

Es ist doch immer wieder das Gleiche, dieses scheinheilige Getue um Treue und Sexualität. Beides ist wie Feuer und Wasser unvereinbar und dennoch gründet unser aller Leben darauf, auch Deines. Die Natur hat das sexuelle Begehren in uns gelegt, ein wildes Feuer, das allein darum der Zähmung bedarf, umso ungestümer wieder auszubrechen. Ohne Verlässlichkeit aber, das Wissen um der anderen Bemühen, das sich gegenseitig Versprochene zu erfüllen, gäbe es kein Zusammenleben. Das ist so mit der Freiheit und der Form, des Lebens Quell ist die ungezähmte Lust, deren Zähmung aber erst das Leben lebenswert macht, eine Qualität, die es wieder sogleich verliert, würde der Quell der Lust versiegen. Dann macht es lieber so wie die Jünger vom Heiligtum der Sieben Göttinnen, betet in wilder Lust verbunden gemeinsam die Göttinnen in ihren Tempeln an, bevor ihr an Körper und Seele gereinigt wieder nach Hause zieht, wo ihre alle Versprechungen treu erfüllt. Der nächste Sonntag kommt gewiss.

Klerikale Propaganda zur Nutzung von Internetpornographie

Zum Artikel in der Welt: Ansehen von Internetpornografie ist wie Fremdgehen


Das erleben wir immer wieder: klerikale Propaganda im Gewande scheinbarer Wissenschaftlichkeit. Den "Überschuss an sexueller Energie" gab es seit je und wird es immer geben, denn das will die Natur so, bei Männern wie bei Frauen. Sie vor dem Bildschirm abzufahren sollte doch eigentlich einer gegenseitig versprochenen Treue förderlicher sein, als sich die Liebe bei Prostituierten zu kaufen, in denen immerhin der heilige Thomas von Aquin die Garanten der Ehe sah. Nach außen hin drängt auf jeden Fall eine jede überschüssige sexuelle Energie, das entspricht dem sozialen menschlichen Drang, mit anderen zu teilen, meint Max Stirner alias Caspar.